Anja
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Bafög beantragen

Endlich ist es so weit. Nachdem du das Abitur mit Bravur gemeistert hast, wartet nun die große, weite, akademische Welt auf dich. Jetzt heißt es nur noch: An der Uni einschreiben, Aufnahmebescheid abgreifen und dann nichts wie los!

Aber Moment mal… fehlt da nicht etwas? Tatsache! Das Geld.

Damit auch Schüler und Studenten nicht nur von Trockenbrot und Wasser leben müssen, vergibt der Staat Förderungen in Form von Bafög. Wir erklären dir, wer Bafög beantragen kann und was es dabei alles zu beachten gibt. 

Was ist Bafög?

Bafög ist eine Abkürzung und bedeutet „Bundesausbildungsförderungsgesetz“. Wer nicht zu den 1% der Studenten/innen gehört und ein Leistungsstipendium bekommt, findet in diesem Gesetz die bewährteste und meist genutzte Möglichkeit, um finanziell durch sein Studium zu kommen. Derzeitig beziehen knapp eine halbe Millionen Studenten und ca. 200.000 Schüler Bafög.

Bevor wir dir genauer erklären, wie, wann und unter welchen Umständen du Bafög beantragen kannst, fassen wir die wichtigsten Eckpunkte über die staatliche Ausbildungsförderung zusammen:

  • Du musst nur die Hälfte des Gesamtbetrags zurückzahlen, der dir bewilligt wird.

  • Egal wie viel Bafög du während deines Studiums bekommst, du musst nie mehr als 10.000 Euro zurückzahlen.

  • Wenn du nicht in Deutschland Bafög berechtigt bist, solltest du trotzdem einen Antrag für AuslandsBafög stellen. Hier ändern sich die Auflagen nämlich.

  • Du hast keine strengen Richtlinien für den Rückzahlungszeitraum. Es gibt keine Zinsen, die ansteigen können und dir wird nach Beendigung des Studiums kein Druck gemacht.

  • Als Bafög Empfänger musst du keine Rundfunkgebühren bezahlen.

  • Die Jahrgangsbesten des Abschlussjahres zahlen sogar noch weniger Bafög zurück.

Wer kann Bafög beantragen?

Grundsätzlich gilt, dass Bafög für Studierende an einer (fachlichen) Hochschule vorgesehen ist. Unter bestimmten Voraussetzungen haben jedoch auch Schüler/innen die Möglichkeit im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung finanziell vom Staat unterstützt zu werden.

Studierende dürfen für die Bewilligung der Förderung zum Anfang des Bachelorstudiums nicht älter als 29 und zu Beginn des Masterstudiums nicht älter als 34 Jahre als sein. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. So gibt es zum Beispiel diverse Sonderregelungen für Studierende mit Kindern oder bei Härtefällen.

Außerdem gibt es gewisse Abwandlungen, die den Bezug von Bafög auch für Berufsfachschüler bzw. Fachschüler, sowie für Azubis im Meister (sogenanntes Meister-Bafög) ermöglichen.

Unser Tipp:  

Unabhängig davon, ob du weißt, dass du zum derzeitigen Zeitpunkt alle Voraussetzungen für eine Bafög-Bewilligung erfüllt, solltest du auf jeden Fall einen Antrag einreichen. Im schlimmsten Fall bekommst du nämlich nur eine Absage. Und wer weiß…? Vielleicht ist für dich zwar nur eine kleine Förderung möglich, die dir aber einen zeitraubenden Nebenjob erspart.

 

Darüber hinaus gelten weitere Voraussetzungen, die sich auf die jeweilige Studiendauer eines Studienfachs beziehen. So bist du auf jeden Fall für das erste Vollzeit-Studium Bafög-förderungsfähig. Solltest du hingegen dein Studienfach wechseln wollen, musst du folgendes beachten:

  • Innerhalb der ersten 3 Semester (gelten als Orientierungsphase) ist ein einmaliger Fachwechsel ohne weiteres möglich.

  • Sollte es zu einem wiederholten Fachwechsel kommen, muss dafür ein triftiger Grund vorliegen. Und diesen musst du gegebenenfalls belegen können.

  • Sollte jedoch ein „unabweisbarer Grund“ für einen Fachwechsel vorliegen, wie zum Beispiel Krankheit, wird das neue Studium als erstes Studium gewertet. Z. B. hast du vorher Sport studiert, kannst aber aufgrund einer irreparablen Verletzung nicht mehr weitermachen.

  • Merke dir, dass Studienfachwechsel immer ein Risiko für deine Förderungsfähigkeit darstellen. Ein Wechsel sollte daher im Vorfeld gut überlegt werden.

Wie viel Bafög wird gezahlt?

Wie viel Bafög letztendlich ausgezahlt wird, hängt immer vom individuellen Fall ab. Als Höchstsatz gelten seit dem Wintersemester 2019/2020 jedoch folgende Beträge:

  • 744 Euro pro Monat, wenn der/die Studierende nicht im Haushalt der Eltern wohnt
  • 474 Euro pro Monat, wenn der/die Studierende im Haushalt der Eltern wohnt.

Der genaue Bafög-Satz wird indes über mehrere Faktoren errechnet, die sich grob aus folgenden zusammensetzen:

  • Einkommen der Eltern
  • Einkommen der Ehepartner
  • Höhe des Eigenvermögens (ab 7.500 Euro anzugeben)
  • Kosten für Krankenkasse
  • Kind vorhanden

Unterm Strich gilt, dass sich der individuelle Bafög-Satz insofern herunterreguliert, wie viele Möglichkeiten du hast, dich alternativ zu finanzieren. Das führt dazu, dass knapp die Hälfte aller Bafög-Beziehenden monatlich zwischen 300 und 400€ bekommen. Die andere Hälfte bekommt tatsächlich den Höchstsatz ausgezahlt.

Über den Bafög-Satz hinaus ist es jedem/r Studierenden möglich, einen Freibetrag von 450€ pro Monat hinzuzuverdienen. Solltest du Bafög beantragen wollen, während du bereits ein Leistungsstipendium beziehst, so liegt der Freibetrag des Leistungsstipendiums bei 300 Euro.

Wie lange wird Bafög gezahlt?

Grundsätzlich richtet sich der Förderungszeitraum nach der Regelstudienzeit. Das heißt, dass du für den Bachelor 6 Semester und für einen Master 4 Semester gefördert wirst. Bei triftigen Gründen wie Krankheit, Kindeserziehung oder Behinderung kann der Förderungszeitraum verlängert werden.

Dennoch gilt, dass du jedes Jahr einen neuen bzw. einen Folgeantrag einreichen musst, damit eine lückenlose Zahlung ermöglicht wird. Während der Förderungszeitraum stets die komplette Regelstudienzeit abdeckt, läuft der Bewilligungszeitraum immer nur für ein Jahr (2 Semester).

Wo kann ich Bafög beantragen?

Bei der Antragstellung musst du dir darüber im Klaren sein, dass das Verfahren dezentralisiert ist. Das heißt, dass jede Hochschule und jede Fachhochschule ein eigenes Bafög Amt besitzt, das in der Regel an das jeweilige Studentenwerk gekoppelt ist.

Was genau bedeutet das für dich?

Zum einen heißt das, dass du erst dann Bafög beantragen kannst, wenn du eine Immatrikulationsbescheinigung hast und weißt, wo und was du studieren wirst. Problematisch bei diesem Vorgehen kann es für dich allerdings werden, wenn du den Antrag stellst, allerdings noch nicht in der Stadt wohnst, in der du studieren wirst. In diesem Falle kann es zu Verzögerungen und damit auch zu langen Wartezeiten bis zur ersten Auszahlung kommen. Daher lautet unser Tipp: Stelle deinen Antrag möglichst erst dann, wenn du dir über deinen Studien-Wohnort im Klaren bist und die Immatrikulationsbescheinigung vorlegen kannst.

Die Frage „Wo Bafög beantragen?“ stellt sich allerdings nicht mehr, wenn du dich für das Online Verfahren entscheidest. Mehr dazu liest du weiter unten im Text.

Wann Bafög beantragen?

Die Frage nach dem Zeitpunkt „Wann kann ich Bafög beantragen“ ist ebenfalls nichtig, da du nämlich an jedem beliebigen Tag einen Antrag stellen kannst – eine „Bafög beantragen Frist“ gibt es somit nicht. Du kannst auch problemlos mitten im Studium einen Antrag stellen, wenn sich zum Beispiel deine finanzielle Situation verändert hat. In diesem Fall musst du lediglich einen Leistungsnachweis deiner bisherigen Studienlaufbahn vorlegen. Zudem kann es bei Anträgen nach Semesterbeginn zu längeren Bearbeitungszeiten kommen.

Wichtig zu wissen: Ab dem Tag der Antragseinreichung beginnt bereits der Bewilligungszeitraum. Wenn die Prüfung des Antrags mehrere Monate in Anspruch nimmt, wird der Betrag rückwirkend gezahlt, der sich über die „Prüfungsmonate“ hinweg angesammelt hat. Anschließend wird der Betrag wieder monatlich überwiesen.

Insofern gilt, dass du deinen Antrag einreichen kannst, sobald du die Mindestvoraussetzung erfüllst. Du musst also:

  • Als Schüler oder Student eingeschrieben/immatrikuliert sein

Darüber hinaus solltest du natürlich auch die persönlichen Förderungsvoraussetzungen erfüllen (finanzieller Bedarf usw.), allerdings wird sich das bei der Antragsprüfung klären.

Wie kann ich Bafög beantragen?

Wer einmal Bafög beantragt hat, wird wissen, dass der Papierkram eine Wucht ist. Im Schnitt – so sagt man – dauert das gesamte Ausfüllprozedere 5 ½ Stunden. Da können einem schon mal die Nerven durchgehen. Darüber hinaus gehen etwa 90% aller Anträge unvollständig beim jeweiligen Bafög Amt ein. Ergo: Noch mehr Arbeit!

Dennoch lohnt es sich, denn immerhin stellt dieses Geld im Anschluss dein finanzielles Wohlergehen während deines Studiums sicher.

Nun, um Bafög zu beantragen musst du alle vorgesehenen Formblätter ausfüllen und via Post zu deinem zuständigen Bafög Amt schicken. Auf den insgesamt 8 Formblättern musst du Angaben zum Einkommen, zu deiner Person, zum Einkommen deiner Eltern und zu deinem Familienstand machen. Also bereite deine Eltern schon einmal darauf vor, dass sie ihre Einkommens- und Steuerbescheide bereitlegen.

 

Alle Formblätter findest du hier: https://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/antragstellung.php

 

Das richtige Bafög Amt findest du hingegen hier: https://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/zustaendiges_bafoeg_amt.php

 

Bafög online beantragen

Wir würden nicht im 21. Jahrhundert leben, wenn der Antrag nicht auch online einzureichen wäre. Daraus ergeben sich zudem jede Menge Vorteile für dich. Zum einen sparst du viel Zeit und Nerven, weil dich das Antragssystem leichtverständlich durch den gesamten Prozess führt. Unterm Strich erfordert der „Bafög beantragen online Prozess“ gerade mal 30 Minuten statt 5 ½ Stunden – das klingt verlockend, oder? Darüber hinaus vermeidest du die Abgabe eines unvollständig ausgefüllten Antrags, sodass sich die gesamte Bearbeitungszeit massiv reduziert.

 

Zum Online Antrag geht es hier lang: https://www.mystipendium.de/bafoeg/digitaler-bafoeg-antragsassistent

 

Bafög für Nicht-Studenten: Azubis, Meister-Azubis und Schüler

Studenten sind die Hauptnutzer des Bundesausbildungsförderungsgesetzes. Doch wie sieht es eigentlich mit Schülern und Azubis aus? Wer darf alles Bafög beziehen und was gibt es bei der Antragstellung zu beachten?

Schüler Bafög beantragen

Wie eingangs erwähnt sind auch Schüler Bafög-berechtigt, sodass zurzeit bundesweit etwa 200.000 Schüler dieses Angebot in Anspruch nehmen. Allerdings – und das sollte auf der Hand liegen – kann nicht jeder beliebige Schüler einer normalen Schule Bafög beziehen.

Um Schüler Bafög beantragen zu können, musst du:

  • Schüler eine Bafög-förderungsfähigen Schule sein: Fachschulen, Abendgymnasium, Kolleg, Berufsfachschulen -> In diesem Fall brauchst du keine Ausbildung und keine eigene Wohnung.

  • Bereits eine Berufsausbildung absolviert haben: alle Schulformen, egal ob mit oder ohne eigene Wohnung.

Zudem ist es auch Schülern einer normalen Schulform ab der 10. Klasse, also der Oberstufe, möglich Bafög zu beantragen, wenn sie in einer eigenen Wohnung leben.

Um Schüler Bafög bewilligt zu bekommen, ist insbesondere die Wohnsituation und die örtliche Nähe der Eltern entscheiden. Außerdem darfst du als Antragsteller das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (Ausnahme bei Krankheitsfall, Absolvierung von zwei Ausbildungen oder elternunabhängiger Antrag).

Positiv ist, dass du das Schüler Bafög nicht zurückzahlen musst und keine maximale Förderungsdauer zu beachten brauchst. Du wirst also so lange gefördert, wie die Ausbildung an Zeit braucht.

Der Zeitpunkt des Antrags sollte für eine zeitnahe Auszahlung etwa 6-8 Wochen vor Beginn der Ausbildung beim Amt für Ausbildungsförderung deiner Kreis- und Stadtverwaltung sein. Es kann auch später ein Antrag gestellt werden, allerdings gibt es keine rückwirkende Zahlung.

Auch für Schüler Bafög gibt es einen Online Antrag: https://mystipendium.meinbafoeg.de/etc/onboarding/prozess.xhtml?utm_source=mystipendium&utm_medium=referral&utm_campaign=antrag&dswid=839

Bafög für die Berufsausbildung

Sofern die Ausbildung nicht im Rahmen einer Vollzeitausbildung an speziellen Ausbildungsstätten wie (Berufsfachschulen, Abendschulen, Fachschule usw.) stattfindet, ist es dir auch nicht möglich Bafög für die Ausbildung zu beziehen. Das heißt, dass die klassische Berufsausbildung (früher auch Lehre) nicht förderungsfähig ist.

Etwas anders sieht es allerdings im Meister aus.

Meister Bafög beantragen bzw. Aufstiegs Bafög beantragen

Das sogenannte Meister-Bafög oder Aufstiegs Bafög ist ausschließlich für Fachkräfte, die eine Fortbildung im Rahmen ihres Meisters absolvieren möchten. Die gute Nachricht: Du musst dafür lediglich eine erste Berufsausbildung bereits abgeschlossen haben. Die schlechte Nachricht: Da sich das Meister Bafög aus Zuschuss und Darlehen zusammensetzt, musst du das Darlehen innerhalb von vier Jahren nach Abschluss des Meisters bei einer Mindestrate von 128€ pro Monat abbezahlen + Zinsen, die jedoch „weit unter marktüblichen Konditionen“ liegen. 

Als Alleinstehende/r stehen dir im Höchstsatz 768€ zu, während sich der Betrag durch Kinder und Partner um jeweils 235€ erhöhen kann. Ein zusätzliches Einkommen über 290€ monatlich darf ebenfalls erwirtschaftet werden.

Wenn du nicht alle Formblätter (insgesamt 9) ausfüllen möchtest und an das örtlich zuständige Bafög Amt schicken möchtest, hast du auch beim Meister Bafög die Möglichkeit, einen Online Antrag zu stellen.

Zum Online Antrag für Meister Bafög: https://www.aufstiegs-bafoeg.de/de/antrag-online-stellen-1709.html

Elternunabhängiges Bafög beantragen  

Zu guter Letzt wird noch häufig nach Informationen zum Thema „Elternunabhängiges Bafög beantragen“ gesucht. Denn obwohl deine Eltern gesetzlich dazu verpflichtet sind, dich im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten auf deinem Ausbildungsweg zu unterstützen, ist die Sache bei einigen Studenten oder Schülern nicht ganz so einfach.

Wann also kannst du elternunabhängiges Bafög beantragen? Grundsätzlich gilt, dass du EINE der folgenden Voraussetzungen erfüllen musst:

  • Du musst älter als 30 Jahre alt sein
  • Du musst seit 5 Jahren erwerbstätig sein
  • Du musst Halb- oder Vollwaise sein
  • Du musst 3 Jahre eine Ausbildung absolviert haben und zusätzlich 3 Jahre erwerbstätig gewesen sein
  • Du musst dein Abitur auf dem 2. Bildungsweg erlangt haben

Wenn du eine der oben genannten Voraussetzungen erfüllt, solltest du es auf jeden Fall mit einem Bafög Antrag versuchen. Beachte jedoch, dass Studenten/Schüler über 30 Jahren nur dann elternunabhängiges Bafög bekommen können, wenn gewisse Ausnahmefälle eintreten. Dazu gehören: Schwangerschaft, Krankheit oder Behinderung, Erziehungspflicht eines hilfsbedürftigen Kindes, Erziehungspflicht eines Kindes unter 10 Jahren. Außerdem würdest du auch dann Bafög bekommen, wenn du im Auswahlverfahren deines favorisierten Studiengangs nicht angenommen wurdest oder aber für mindestens 8 Jahre bei der Bundeswehr gedient hast.

Wie beantragt man elternunabhängiges Bafög?

Interessanterweise gibt es keinen spezifischen Antrag für elternunabhängiges Bafög. Deswegen brauchst du einfach einen ganz normalen Antrag zu stellen, wobei das Bafög Amt dann aufgrund deiner Angaben eine Einschätzung abgibt, welche Art von Bafög auf dich zutreffen wird.

Du kannst deinen Antrag ganz leicht und schnell online abgeben: https://www.mystipendium.de/bafoeg/digitaler-bafoeg-antragsassistent

Besonderheit: Bafög beantragen Bayern

Da die gesetzlichen Regelungen in Bayern hinsichtlich der Bafög Förderung etwas anders ausfallen, solltest du deinen Antrag auf den Antragsportalen des Bundeslandes Bayern abgeben. Alle Informationen dazu findest du auf dieser Webseite: https://www.bafoeg-bayern.de/BAfoeGOnline/bafoeg/default.aspx

Lästig, aber notwendig: Bafög neu beantragen  

Wie schon angedeutet, musst du Bafög jedes Jahr neu beantragen. Nachdem du den Erstantrag erfolgreich eingereicht hast, reicht anschließend zum Glück jedoch ein etwas „einfacherer“ Folgeantrag. Du musst nämlich lediglich das Formblatt 1 abschicken und gegebenenfalls 1-2 weitere Formblätter, wenn sich an der deiner Studierendensituation etwas ändert.

Weitere Informationen zum Folgeantrag und zum Online Folgeantrag-Formular findest du hier: https://www.bafög.de/de/elektronische-antragstellung-587.php

Bafög beantragen: Fazit

Bafög beantragen war vor nicht allzu langer Zeit noch ein echter Arbeitsbrocken. Viel Papierkram und teilweise lange Wartezeiten, bis das erste Geld ausgezahlt werden kann. Das hat sich glücklicherweise mit dem Online Antrag geändert. Was sich jedoch nicht geändert hat, sind die Voraussetzungen, unter denen man Bafög ausbezahlt bekommen kann.

Wir hoffen, dass wir dir in diesem Artikel alle wichtigen Informationen liefern konnten. Und falls noch Zweifel an deiner Bafög Berechtigung bestehen sollten…

… mehr als ein „Nein“ kannst du bei einer Antragstellung nicht bekommen. Also versuche ruhig dein Glück!

BAföG Folgeantrag = BAföG Antrag verlängern

Der Antrag wird auch als BAföG Weiterförderungsantrag oder als BAföG Wiederholungsantrag bezeichnet. Diese Formalie ist notwendig, da ein entsprechender Antrag immer nur für ein Jahr gilt; um die Leistungen jährlich neu berechnen zu können, benötigt das zuständige Amt stets Deine aktuellen Daten. Dabei gibt es lediglich ein paar feine Unterschiede zwischen dem herkömmlichen und dem „aufbauenden“ BAföG Antrag. Was Du beim BAföG erneuern unbedingt beachten musst, erfährst Du im Folgenden.

BAföG Folgeantrag – Fristen

Egal, ob erster oder Folgeantrag für das BAföG: Es gibt einen sogenannten Bewilligungszeitraum, in dem das BAföG-Amt über die Annahme oder die Ablehnung Deiner Anfrage entscheidet. Damit Dein Gesuch im jeweiligen Bewilligungszeitraum berücksichtigt wird, musst Du den Antrag spätestens zwei Monate vor der jeweiligen Frist einreichen:

 

Art der Ausbildungsstätte

Ende des Bewilligungszeitraums

Frist für die Einreichung des BAföG Folgeantrags

Uni

30. September

31. Juli

Fachhochschule

31. August

30. Juni

Hältst Du diese wichtigen Fristen ein, wird Dein BAföG Verlängerungsantrag geprüft und die entsprechenden Leistungen werden ggf. angepasst, d.h. Deine Förderung kann sowohl erhöht als auch gesenkt werden.

Sofern Du den BAföG Folgeantrag nicht rechtzeitig abgibst, droht wiederum eine Unterbrechung der Dir zustehenden Leistungen. Doch, keine Sorge – Du musst Dein Studium fortan nicht selbst finanzieren! Stattdessen verzögert sich die Prüfung des Antrags und somit auch die Leistungserbringung lediglich um einige Wochen. Das Praktische dabei: Wird Dein Folgeantrag bewilligt, erstattet Dir das Amt die entgangenen Leistungen nach.

 

  • Praxistipp: Solltest Du wissen, dass Du den BAföG Folgeantrag nicht rechtzeitig einreichen können wirst (z.B. aufgrund eines Auslandsaufenthalts), empfiehlt es sich, ein wenig Geld zur Seite zu legen, um die Zeit der Förderungsunterbrechung zu überbrücken. Oder Du verlängerst Dein BAföG ganz einfach online! Wie das funktioniert, liest Du im weiteren Verlauf des Beitrags.

Auf diese Dokumente kommt es an

 

Damit sich die Prüfung Deines BAföG Folgeantrags nicht unnötig verlängert, musst Du bei der Einreichung an alle notwendigen Unterlagen denken:

 

  • Das BAföG Formblatt 1 enthält die allgemeinen Angaben zu Deiner Person, zu Deiner Wohnsituation, zu Deinem Einkommen usw. Außerdem wird diesem Dokument eine Anlage 1 Da es sich hierbei um eine Art Lebenslauf handelt, kann auf diese Anlage aber meist verzichtet werden. Schließlich hat sich Deine Vita während des vergangenen Jahres voraussichtlich nicht groß geändert.
  • Im BAföG Formblatt 2 gibst Du der BAföG-Stelle Auskunft über Deine Ausbildungsstätte. Da diesbezüglich durchaus Veränderungen möglich sind, musst Du das Dokument unbedingt mit dem Folgeantrag abgeben! Und zwar auch, wenn Du nicht die Uni oder die FH gewechselt hast.
  • Das BAföG Formblatt 3 enthält die Einkommenserklärung zu Deinen Eltern bzw. zu einem anderen Unterhaltspflichtigen. Dieser Bestandteil des Antrags ist von der/den Dir gegenüber unterhaltspflichtigen Person/-en auszufüllen. Sofern sich das Gehalt Deiner Eltern o.Ä. nicht geändert hat, bleibt Dein Anspruch auf BAföG (in derselben Höhe) bestehen. Sollten Deine Eltern im Vergleich zum vergangenen Antrag mehr oder weniger verdienen, kann Dein Förderbetrag jedoch auch sinken bzw. steigen.
  • Das BAföG Formblatt 5 ist insbesondere mit Erreichen des vierten Semesters wichtig. In diesem bzw. spätestens im fünften Semester Deines Studiums musst Du nämlich einen Leistungsnachweis erbringen: Indem Du die gesammelten Credit Points belegst, zeigst Du, dass Du ordentlich studierst und Dich nicht auf dem Geld des Staates ausruhst. Gibst Du diesen Leistungsnachweis nicht mit Deinem Antrag ab, kann das zuständige Amt die Zahlung einstellen respektive einfrieren und den Beleg nachfordern. Sobald Du das ordnungsgemäße Studieren nachgewiesen hast, werden die BAföG Zahlungen fortgesetzt.

 

Die digitale Übermittlung ans zuständige Amt

 

Wie bereits erwähnt, hast Du auch die Möglichkeit, den BAföG Folgeantrag online durchzuführen. Das entsprechende Tool des BAföG-Amtes hat gleich mehrere Vorteile:

 

  • Du wirst Schritt für Schritt durch den Antrag geleitet.
  • Einfache Formulierungen unterstützen Dich beim Ausfüllen.
  • Du hast alle wichtigen Unterlagen zusammen.
  • Die Antragstellung gelingt innerhalb von wenigen Minuten.
  • Du musst den Antrag nicht persönlich beim BAföG-Amt abgeben und hast auch keine Kosten für die Zusendung per Post.
  • Sofern Du den Antrag richtig und vollständig ausgefüllt hast, ist auch die Bearbeitungszeit beim Amt kürzer.
  • Tipp: Fülle den BAföG Weiterförderungsantrag online aus, um Zeit und Nerven zu sparen. Beachte aber, dass (noch) nicht jedes Bundesland den Studierenden diese Möglichkeit bietet. Alternativ kannst Du auf einen entsprechenden Servicedienstleister zurückgreifen.

 

Studiengeld beantragen – wichtige Tipps

 

Der BAföG Folgeantrag unterscheidet sich, wie bereits erwähnt, nicht grundlegend vom Antrag, den Du in Deinem ersten Semester stellst. Deshalb gelten die folgenden Hinweise nicht nur für den BAföG Wiederholungsantrag.

 

  • Die Unterlagen müssen vollständig sein. Das ist beim Folgeantrag besonders wichtig, denn, sind die Unterlagen nicht vollständig, fordert das Amt die entsprechenden Dokumente nach, was den Verwaltungsprozess verzögert und somit zu einer Unterbrechung der Zahlungen führen kann.

Merke: Möchtest Du eine Unterbrechung der finanziellen Förderung vermeiden, achte darauf, alle notwendigen Unterlagen mit dem Antrag einzureichen.

  • Stelle den BAföG Antrag frühzeitig! Auch hierbei handelt es sich um eine Grundvoraussetzung dafür, dass Du nicht plötzlich „auf dem Trockenen sitzt“. Halte unbedingt die obigen Fristen ein und stelle das Gesuch so früh wie möglich, um bei Schwierigkeiten und Unklarheiten „nacharbeiten“ zu können.
  • Die formlose Antragstellung genügt nicht. Hierin besteht dann doch ein Unterschied zum erstmaligen BAföG Antrag. Bei diesem kannst Du manche Informationen nämlich nachreichen. Da der Folgeantrag vollständig sein muss, um eine nahtlose Förderung sicherzustellen, besteht diese Möglichkeit beim Wiederholungsantrag nicht.
  • BAföG Folgeantrag für ein Auslandssemester. Andere Länder haben oft kürzere Semester bzw. andere Semesterzeiten. Deshalb kann auch der entsprechende Bewilligungszeitraum variieren. Informiere Dich, wann der Antrag im Einzelfall fällig ist, um im Ausland nicht auf die Zahlungen verzichten zu müssen!

Hinweis: In Bezug auf den BAföG Folgeantrag für ein Auslandssemester spielt das Formblatt 6 eine wichtige Rolle. Fülle dieses aus und gib es mit Deinem Weiterförderungsantrag ab.

 

FAQ – Frequently Asked Questions

 

Abschließend findest Du die Antworten auf einige häufig gestellte Fragen zum BAföG Folgeantrag. Mit den Informationen aus diesem Artikel wirst Du zum Experten/zur Expertin auf dem Gebiet und bringst das zum Teil komplizierte, nervenaufreibende Verfahren möglichst schnell hinter Dich. So kannst Du Dich finanziell in Sicherheit wissen und Dich voll und ganz auf Dein Studium konzentrieren!

 

BAföG Folgenantrag – was genau ist das?

 

Hast Du das erste Mal Bafög beantragt, wird Dir die Dir zustehende Summe monatlich auf Dein Konto überwiesen. Allerdings nur 12 Monate lang! Das heißt, spätestens im zehnten Monat musst Du erneut BAföG beantragen. Andernfalls wird die Leistung unterbrochen. Und genau das ist der BAföG Folgeantrag, welcher auch als BAföG Weiterförderungsantrag sowie als BAföG Wiederholungsantrag bezeichnet wird.

 

Welche Unterlagen benötige ich, um den BAföG Antrag zu verlängern?

 

Für den BAföG Folgeantrag sind die Formblätter 1, 2, 3 und ggf. 5 notwendig. Fülle diese aus und sende Sie dem zuständigen BAföG-Amt zu.

 

Welche Fristen bestehen für den BAföG Folgeantrag?

 

Der Antrag muss spätestens zwei Monate vor dem Ablauf des Bewilligungszeitraums eingereicht werden. An Universitäten endet dieser Zeitraum am 30. September eines jeden Jahres; an Fachhochschulen liegt die Deadline auf dem 31. August. Dementsprechend musst Du Deine Unterlagen bis zum 31. Juli bzw. 30. Juni eingereicht haben. Kümmere Dich möglichst frühzeitig um den BAföG Folgeantrag, um Komplikationen und Hindernisse zu vermeiden.

 

Wie oft muss ich den BAföG Folgeantrag einreichen?

 

Du solltest den Antrag so lange einreichen, wie Du finanzielle Unterstützung vom Bund erhalten möchtest. Und zwar jährlich. Die wiederkehrende Beantragung ist notwendig, da sich Deine finanziellen Umstände während eines Jahres gravierend ändern können (z.B. durch ein Mehreinkommen Deiner Eltern). In einem solchen Fall werden die Dir zustehenden Beträge angepasst. Eine solche Anpassung ist in beide Richtungen möglich, d.h. Dein BAföG kann steigen, aber auch sinken.

 

Gilt der BAföG Folgeantrag auch für das Ausland?

 

Wenn Du hierzulande BAföG erhältst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du auch während Deines Auslandssemesters auf die Förderung zurückgreifen kannst. Um sicherzugehen, solltest Du Dich aber frühzeitig beim zuständigen BAföG-Amt informieren. Beachte dabei, dass die Zuständigkeit vom Zielort des Auslandssemesters abhängt, d.h. möglicherweise ist ein Amt im Ausland für den Folgeantrag zuständig. Weitere Informationen erhältst Du beim für Dich zuständigen BAföG-Amt im Inland.

 

Wie lange erhält man BAföG?

 

Als Studierende/-r wirst Du bis zum Ende der Regelstudienzeit gefördert. Zudem spielt Dein Alter eine Rolle für den Sachverhalt: Im Bachelor-Studium bekommst Du nur Geld vom Staat, wenn Du dieses mit max. 30 Jahren begonnen hast; im Master-Studium liegt die Grenze bei 35 Jahren. Interessierst du dich dafür Geld neben dem Studium zu verdienen, dann solltest du folgendes beachten. Die Regelstudienzeit und die Altersgrenzen können aber auch überschritten werden. Und zwar, wenn Du an einer schweren Krankheit leidest oder eine andere entsprechende Voraussetzung erfüllst.

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