Pressemitteilung / 22. March 2010 - 23:00 Uhr

StuRa Leipzig hält an Rücktrittsforderung für das Rektorat fest

Demokratie und Grundrechte

Gespräche mit dem Rektorat und dessen jüngst veröffentlichte Äußerungen bekräftigen die Rücktrittsforderung der Studierenden am aktuellen Rektoratskollegium. Es wird deutlich, dass die Mitglieder der Universität nicht ernst genommen werden und von inhaltlichen Diskussionen nach wie vor abgelenkt wird. “Das Rektorat will nicht verstehen, dass innerhalb einer demokratisch organisierten Gruppenuniversität auch alle Gruppen ernsthaft an der Entscheidungsfindung beteiligt werden müssen. Es ist Aufgabe der gesamten Hochschulleitung, inhaltliche Impulse zu setzen, die Hochschulentwicklung zu gestalten und dazu schlussendlich umfängliche Meinungsbildungsprozesse innerhalb der Universität anzustoßen”, kritisiert Marcel Wodniock, Mitglied des StudentInnenRates und studentischer Senator der Universität Leipzig.

Doch hat sich über die Jahre hinweg, die Arbeitsweise des Rektorats nicht verändert: Inhaltliche Auseinandersetzungen werden systematisch boykottiert. Es werden keine Anstöße zu Diskussionen und Entwicklungen gegeben und Informationen zu spät bereitgestellt oder vorenthalten. “Es ist schlicht keine strategisch handelnde Universitätsleitung zu erkennen und die Mitglieder der Hochschule werden bei Entscheidungen und Entwicklungen, die für die Universität immanent wichtig sind, nicht mit einbezogen”, erläutert Simon Schultz von Dratzig, Sprecher des StudentInnenRates der Universität Leipzig. "Auch unsere steten Anstöße zu einer grundlegenden inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Themen wie Grundordnung, Hochschulentwicklungsplan, Gleichstellungsprogramm, Lehramtsausbildung etc. werden ignoriert. Diese müssen jedoch einer demokratischen Mehrheitsfindung in den zuständigen Gremien zwingend vorangehen. Mitbestimmung ist einer oligarchischen Universitätsleitung naturgemäß eben kein Begriff."

Der Anspruch an eine demokratisch geführte Hochschule ist damit weit verfehlt. Entscheidungen den demokratisch legitimierten Gremien nur vorzusetzen, ohne sie jedoch an den Entstehungsprozessen zu beteiligen, ist scheindemokratisch und wird nicht mehr toleriert.