Pressemitteilung / 26. April 2010 - 22:00 Uhr

FH Frankfurt muss Fachbereich schließen

AStA FH Frankfurt

Studien und Lernbedingungen werden im Zuge der Kürzungen von rund 54 Mio. Euro dramatisch verschlechtert. Die katastrophale Situation der Hochschulen wird nun aufgrund des langjährigen Sparkorsetts von Bund und Ländern in Form des Hochschulpakts 2010-15 zementiert. Erstmalig findet hierzu eine Vollversammlung für alle Angehörigen (Studierende, Lehrende und Mitarbeiter_innen) der Hochschule statt. Diese wird organisiert vom AStA und Studierenden der FH, am 28.04.10 um 12:00 Uhr auf dem Campus der FH.

Nach langem Hin und Her ist nun die Katze aus dem Sack und die Auswirkungen einer verfehlten Steuerpolitik machen sich nun auch im Bereich der Hochschule bemerkbar. Nachdem anscheinend Bundesweit keine Gelder mehr für Bildung übrig sind, werden nun Länderweise die Bildungsbudgets gekürzt.

Das Land Hessen hatte schon in den letzten Jahren der Fachhochschule den jährlichen Etat um 2 und weitere 3% gekürzt, was die Fachhochschule zu einem enormen Jonglage-Akt zwang. Mit der von der Landesregierung angekündigten Budgetkürzung wird sich die momentane Lage an der Fachhochschule Frankfurt massiv verschlechtern. Schon jetzt müssen zusätzlich externe Räume angemietet werden. Im Fachbereich 2 gibt es nicht ausreichend Laborräume, um ein qualitativ gutes Studium für alle zu ermöglichen. “Diese Situation besteht nicht nur im Fachbereich 2, und wird offensichtlich auch nach der Kürzung zu keiner Verbesserung von Studium und Lehre führen”, so Marcel Hoppe, Hochschulpolitischer Sprecher des AStA der FH Frankfurt.

Weiterhin hat die Landesregierung im Rahmen des Hochschulpakts die geforderte Erhöhung der Studierendenzahlen zu verantworten. Gezwungen dadurch und im Hinblick auf die demographische Entwicklung und die doppelten Abiturjahrgänge muss die Fachhochschule mit einer Erhöhung der Studierendenzahlen um 30% rechnen. Dies führt im Hinblick auf die Kürzungen zu desaströsen Verhältnissen in Studium und Lehre.

Zudem sieht die Vereinbarung von Bund und Ländern eine ungleiche Verteilung von 20 Mio. Euro aus dem Gesamtbudget der Hochschulen in das „Erfolgsbudget“ vor. „Diese Verschiebung der Gelder in ‘Exellenzleistungen’ sind den Universitäten vorbehalten, womit die Fachhochschulen ausgeschlossen werden“, kritisiert Alexandra Perner, Bildungspolitische Sprecherin des AStA der FH Frankfurt."An dieser Stelle kommt die Frage auf: “Warum wird das sowieso verkürzte Grundbudget im Weiteren noch in sogenannte Exellenztöpfe zersplittert?- und warum werden nicht alle Hochschulen gleichberechtigt und unabhängig von Exellenztöpfen gefördert”, so Perner weiter.

Wir fordern die Landesregierung dringend auf, die aufgeführten Kritikpunkte in die Verhandlungen und Beschlüsse des Hochschulpakts zu integrieren und dem Landtag, eine Realitätsnahe Variante vor zu legen. Des Weiteren fordert der AStA der FH Frankfurt die sofortige Zurücknahme der Kürzungen durch den Hochschulpakt 2020, sondern stattdessen 10% mehr für die Bildung an Schulen und Hochschulen, den Studien- und Prüfungsleistungsdruck abzuschaffen, eine gleichberechtigte Förderung aller Hochschulen, die tarifliche Absicherung aller Mitarbeiter_innen und studentischen Tutoren_innen sowie eine gesetzliche Verankerung des Stimmenverhältnisses von Studierenden zu Professor_innen in allen Entscheidungsgremien der Hochschule.

Bildung ist die Zukunft Aller und in diese gilt es zu investieren.

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