News / 04. July 2009

Raketen-Moni zurückgetreten

Raketen-Moni

Die Präsidentin der Universität Hamburg, Frau Prof. Monika Auweter-Kurtz, mit Spitznamen Rakten-Moni genannt, ist zurückgetreten. Mit Ablauf des 8.Juli 2009 wird ihr Auflösungsvertrag wirksam und sie ist nicht mehr Präsidentin der Universität.

Seit Monaten stellen sich ProfessorInnen, wissenschaftliche MitarbeiterInnen und Studierende offen gegen sie. Sehr deutlich ist dabei die Kritik auch von Professorenseite: 120 ProfessorInnen forderten zuletzt ihre Abwahl. Dies kommt nicht von ungefähr: Raketen-Moni weigerte sich seit dem 6. Mai, den einstimmig gewählten Dekan der geisteswissenschaftlichen Fakultät ins Amt zu setzen. Dieser wiederum hatte sich gegen einen präsidialen und für einen kollegialen Führungsstil stark gemacht.

Raketen-Moni wurde vorgeworfen mit der Rüstungsindustrie zusammenzuarbeiten. Nach einem Beitrag des ARD-Politmagazins Monitor soll von ihr ein Maulkorb-Erlass durchgesetzt wurden sein. Dieser verbiete, dass Anfragen von Journalisten vom Universitätspersonal ohne Rückfrage bei der Pressestelle der Universität beantwortet werden. Einer Dozentin wurde wenig später der Lehrauftrag entzogen.

Andere Streitpunkte waren unter anderem:

  • die Strafanzeigen wegen „Hausfriedensbruch“ gegen Studierende, die an ihrer Inaugurationsfeier im Audimax teilgenommen hatten
  • die fristlose Kündigung einer Historikerin, die sich gegenüber Monitor kritisch über die Arbeitsbedingungen an der Universität geäußert hatte,
  • der „Maulkorberlass“ für ProfessorInnen, Wissenschaftliche MitarbeiterInnen, Studierende und das Technische- und Verwaltungsperonal, die sich als Mitglieder der Akademischen Gremien nicht mehr an die Öffentlichkeit wenden sollten,
  • das Abendblatt-Interview, in dem sie erklärte, dass der „Raketentechniker und Raumfahrtvisionär“ Wernher von Braun ihr Vorbild gewesen sei und dabei verschwieg, dass dieser Mitglied der NSDAP und Sturmbandführer der SS war sowie für die Fabrikation von V2-Raketen Häftlinge im KZ Buchenwald als Zwangsarbeiter aussuchte,
  • die Ablehnung der Bestätigung des vom Fakultätsrat Geisteswissenschaften einstimmig gewählten Dekans, Herrn Prof. Gutmann, ohne Nennung von Gründen,
  • die selbstherrliche Änderung des Struktur- und Entwicklungsplans der Universität.

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Infobox:

Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.
(Voltaire, Philosoph)