News / 29. November 2008 - 15:31 Uhr

Prekäre Beschäftigung nimmt zu

Junge Beschäftigte sind weiterhin die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt! Sie sind deutlich häufiger mit sehr schlechter Arbeit als mit guter Arbeit konfrontiert. Dies ist das zentrale Ergebnis der Auswertung des DGB-Index Gute Arbeit mit dem speziellen Fokus auf junge Beschäftigte unter 30 Jahren. Die Resultate der repräsentativen Befragung von mehr als 1.000 jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nach ihren Arbeits-bedingungen hat die Gewerkschaftsjugend am 25. November 2008 zum zweiten Mal veröffentlicht.

Die Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit für junge Beschäftigte zeigen eine prekäre Realität der Arbeitswelt auf: Junge Menschen arbeiten häufig unter Bedingungen mit mangelnden Entwicklungs-, Einfluss- und Lernmöglichkeiten und hohem Arbeitsdruck. Insbesondere die Aspekte, die jungen Menschen am Wichtigsten sind, werden von den jungen Beschäftigten am negativsten bewertet, etwa ein faires Einkommen und berufliche Sicherheit. Das hat Folgen: 67 Prozent der jungen Menschen haben Angst um ihre berufliche Zukunft.

Gleichwohl ist das leider wenig überraschend, betrachtet man die Einkommens- und Beschäftigungsbedingungen der jungen Menschen unter 30 Jahren. Nur 39 Prozent der jungen Beschäftigten geben an, dass sie von ihrem Arbeitsein-kommen ausreichend oder gut leben können. Zwei Drittel der jungen Vollzeitbeschäftigten beziehen ein Bruttoeinkommen von unter 2.000 Euro monatlich. Dieser Anteil hat gegenüber dem Jahr 2007 deutlich zugenommen. Fast zwei Drittel haben ein Arbeitsverhältnis, das als prekär eingestuft werden kann. Sie arbeiten entweder zu Niedriglöhnen unter 1500 Euro und/oder sind atypisch beschäftigt (befristete Beschäftigung, Leiharbeit oder Minijobs).

Angesichts der aktuellen prekären Arbeitssituation machen sich viele junge Menschen schon heute Sorgen um ihr Auskommen im Alter. Lediglich 5 Prozent erwarten, dass ihr Renteneinkommen ausreichend sein wird! Und nur noch 45 Prozent der jungen Beschäftigten glauben, ihre derzeitige Tätigkeit bis zum Rentenalter ausüben zu können. Da viele das Einkommen für den täglichen Lebensunterhalt vollständig verbrauchen müssen, haben sie nicht die Möglichkeit, privat Vorsorge für das Alter zu betreiben.

Unter schlechten Arbeitsbedingungen sind nicht alle Beschäftigtengruppen im gleichen Ausmaß betroffen. So sind junge Frauen weiterhin gegenüber jungen Männern im Nachteil. Und junge Menschen, die im Verkauf/Vertrieb oder im sozialen Bereich beschäftigt sind, finden seltener gute Arbeitsbedingungen vor als Bürobeschäftigte. Und junge Beschäftigte mit unsicheren Arbeitsverträgen berichten von deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen insgesamt.

Aus Sicht der DGB-Jugend ist es alarmierend, dass sich die Arbeitsbedingungen junger Beschäftigter weiter verschlechtert haben. Gerade in einer Phase, in der die Lebens- und Familienplanung ansteht, sind junge Menschen stark verunsichert und materiell eingeschränkt. Es besteht akuter politischer Handlungsbedarf, insbesondere in Bezug auf die expandierenden Armutslöhne und die unsicheren Beschäftigungsperspektiven junger Menschen.

Die Revolution ist das größte, alles andere ist Quark.
(Rosa Luxemburg)