News / 18. October 2011 - 22:00 Uhr

Mieten, ja wat denn?

Der AStA der Uni Frankfurt bietet zu beginn des Wintersemesters eine Schlafplatz für Studierende an, die aufgrund der prekären Lage am Frankfurter Wohnungsmarkt zu Beginn des Semesters noch keine Wohnung gefunden haben. Unter dem Motto: „Mieten? Ja wat denn?“ wird es im Studierendenhaus auf dem Campus Bockenheim ein einwöchiges Indoor-Camp geben. Zusätzlich zum Schlafplatz bietet der AStA eine Plattform zur Vernetzung, Spaß und Austausch für alle und begleitet die Woche mit verschiedenen Veranstaltungen unterschiedlicher Initiativen.

Der AStA reagiert damit zum einen auf die steigenden Studierendenzahlen im
Wintersemester, sowie auf die kaum zu vergleichende Wohnraumknappheit in der Stadt. „Alle Studierenden, die in Frankfurt schon mal versucht haben eine Wohnung zu finden, wissen wie schwer das ist. Entweder sind die Mieten nicht bezahlbar oder die Wohnungseigentümer möchten ihre Objekte nicht an Studierende vermieten. Gerade die steigenden Studierendenzahlen in diesem Semester machen den Missstand an Wohnungen extrem deutlich“, so Nadia Sergan Referentin Hochschulpolitik.

Mit der Aktionswoche versucht der AStA nicht nur auf die schlechte Lage am Wohnungsmarkt aufmerksam zu machen, sondern auch allen Studierenden praktische Hilfe zu leisten: „Die Wohnraumsituation in Frankfurt ist seit Jahren ein immenses Problem und zwar nicht nur für Studierende. Es ist niemandem geholfen nur darauf hinzuweisen, dass es überhaupt ein Problem gibt, wie es das Präsidium der Hochschule macht und einen seiner Vizepräsidenten für einige Zeit in einem Wohnheim wohnen lässt. Wir wollen den Studierenden helfen und ein Dach über dem Kopf bieten. Zumindest für die erste Woche“, beschreibt Anja Engelhorn, Sozialreferentin im AStA, die Situation.

Die Ursachen für diese Verhältnisse sieht der AStA in einer neoliberalen Stadtentwicklung begründet, die sich nicht an der Lebensrealität der Menschen orientiert, sondern einzig und allein dem Standortwettbewerb gewidmet ist. Der Verkauf vom Campus Bockenheim ist hier das letzte Beispiel einer standortorientierten Stadtplanung: „Hier hätte viel Wohnraum für Studierende entstehen können, jetzt hat es den Anschein, die Stadt Frankfurt plant ein weiteres Prestigeobjekt auf dem ehemaligen Gelände der Universität.“, kommentiert Hannes Ahbe, Referent für Kommunikation, abschließend.

Zum Wintersemester 2011/12 drängen, begünstigt durch doppelte Abiturjahrgänge und Aussetzung der Wehrpflicht, mehr Studierende an die Hochschulen. Gleichzeitig hat die Stadt Frankfurt auf Rankings ihren Platz unter den Top 2 der teuersten deutschen Städte verteidigt.

Aktuelle und weitere Informationen, wie Adresse, Anfahrt sowie Angaben über das
Wochenprogramm entnehmen Sie bitte finden: http://mietenjawatdenn.wordpress.com/

Wer also auf das Politische Mandat verzichtet, macht sich zum Sachverwalter der Autorität, akzeptiert das ihm zugewiesene Ghetto und bietet der Gesellschaft die Möglichkeit, die Universität nach Belieben zu manipulieren. Mit dem Lockruf nur und ausschließlich die Interessen der Studenten vertreten zu wollen, ziehen diese trojanischen Pferde als fünfte Kolonne der Obrigkeit in die studentische Selbstverwaltung ein, wo sie mit Bienenfleiß alles verwalten, ohne etwas zu ändern.
(Bonner AStA-Zeitung 66/67)