News / 26. October 2011 - 22:00 Uhr

Eine Woche wohnen im Studierendenhaus

Auf Grund der eklatanten Wohnungsnot in Frankfurt, die sich wegen der großen Zahl an Erstsemestern dieses Jahr weiter zugespitzt hat, sah sich der AStA der Universität dazu gezwungen mit der Bereitstellung von Wohnraum an Studierende ohne Obdach kurzfristige und unbürokratische Hilfe zu leisten.

„Wir sind froh, dass wir mit dieser Aktion den knapp 20 Studierenden „Erste Hilfe“ bieten konnten. Andererseits ist es tragisch, dass überhaupt derartige Maßnahmen ergriffen werden müssen und sich die Verantwortlichen nach wie vor untätig zeigen,“ resümiert Anja Engelhorn Mitorganisatorin und Referentin für Sozialpolitik des AStA.

„Gerade diese Untätigkeit ist es, die die Studierenden dazu zwingt selbst aktiv zu werden, wie man ja auch an der Besetzung der Schumannstrasse 60 nach der Vollversammlung letzten Donnerstag gesehen hat. Das Thema ist brisant und große Teile Frankfurts solidarisieren sich mit Aktionen wie dieser. Aus der Besetzung vergangene Woche heraus formiert sich erneut eine Protestbewegung, die sich der Wohnungsnot in Frankfurt verschieben hat. Die Studierenden der Goethe Universität haben das Problem erkannt und handeln,“ führt Florian Muhs, Referent für Studienbedingungen, weiter aus.

„Das Recht auf Wohnen ist ein Grundrecht und sollte deshalb gerade in der Stadtpolitik einen großen Stellenwert haben und nicht hinter profitablen Standortideen und wirtschaftlichen Interessen stehen. Der knappe Wohnraum, Gentrifizierungsprojekte wie im Gallus oder dem Ostend, sowie der immense Leerstand in Frankfurt sind gemachte Probleme einer Stadtplanungspolitik, die sich an den Interessen einzelner orientiert und die Nöte und Sorgen vieler außer Acht lässt,“ erklärt Anja Englehorn.

„Während die Politik nicht handelt und die Universität die Hände in den Schoss legt haben wir mit der „Mieten? Ja wat denn?“ Aktion die Dinge selbst in die Hand genommen. Aus diesem Grund solidarisieren wir uns mit denjenigen, die sich ebenfalls dazu gezwungen sehen aktiv zu werden. Denn es geht uns alle an,“ stellt Anja Engelhorn abschließend fest.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie schnell Karriere machen und viele Männer abschleppen.
(Udo Corts, ehemaliger Wissenschaftsminister von Hessen)