News / 13. November 2009

AudiMax durch die Polizei geräumt

Repression

Am heutigen Freitag, den 13.11.2009 um 6 Uhr stürmten etwa 70 PolizistInnen ohne Vorwarnung das AudiMax der Universität Bielefeld. Sie folgten damit einer Aufforderung des Rektorats. Ziel war es, die dort schlafenden BesetzerInnen zu überraschen. Die friedlichen BesetzerInnen waren jedoch durch von ihnen aufgestellte Wachen rechtzeitig über den bevorstehenden Einsatz informiert worden, so dass die PolizistInnen ein leeres Auditorium vorfanden und unverrichteter Dinge wieder abzogen.

Die BesetzerInnen hatten am Vorabend einen ausführlichen Fragenkatalog an das Rektorat geschickt. Mit diesem wollten sie mit dem Rektorat eine gemeinsame Arbeitsgrundlage zur Lösung der problematischen Studiensituation erarbeiten. Das Rektorat war jedoch nicht bereit, mit den BesetzerInnen zu reden.

Der AStA ist schockiert über das unangebracht harte Vorgehen des Rektorats!

Die Besetzung des AudiMax ist aus einem vorhandenen Frust der Studierenden über die Studienbedingungen entstanden, der mit der Auflösung der Besetzung durch die Staatsmacht nicht behoben ist. Eine verbesserte Einbringung der Interessen der Studierenden steht nicht in Aussicht.

Der AStA hatte sich ein anderes Verhalten erhofft!

Der heutige Polizeieinsatz war bereits der zweite in diesem Jahr. Im Februar war eine angemeldete Demonstration von Studierenden gegen den neuerlichen Beschluss von Studiengebühren von der anwesenden Polizei aufgelöst worden. Auch damals hatte das Rektorat die inhaltliche Diskussion vermieden.

Wir wollen uns völlig klar darüber sein, dass der Nationalismus ein Laster ist. Wir meinen mit ‚Nationalismus‘, jede übergebührliche Betonung der Nationalität… Der Nationalismus ist ein Laster, weil er sein Augenmerk auf vergleichsweise belanglose Dinge lenkt… und dabei das Wesentliche übersieht, das einfach darin besteht, dass er (jeder Mensch) ein Mensch ist. (…) Was macht es schon aus, dass ich Englisch spreche und jemand anders Deutsch, dass meine Haut weiß ist und die eines Negers schwarz ist, dass ich Jude bin und mein Nachbar anderen Glaubens… Lasst uns denn im Namen der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes diese Unterschiede vergessen, damit wir uns unseres gemeinsamen Menschseins erinnern.
(Victor Gollancz)

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