News / 10. May 2010 - 22:00 Uhr

15.000 demonstrieren in Wiesbaden gegen Bildungskürzungen

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Derzeit demonstrieren in Wiesbaden 15.000 Studierende, SchülerInnen und GewerkschaftsmitgliederInnen gegen die von der hessischen Landesregierung geplanten Kürzungen im Bildungssystem. Sie fordern 10 Prozent mehr für Bildung an Schulen und Hochschulen statt der Kürzungen um über 60 Millionen Euro. Werden die Kürzungen zur Realität, wird beispielsweise die Universität Frankfurt 10 Millionen Euro weniger haben. Hochschulen wie die FH Frankfurt oder die Hochschule Rhein-Main (Wiesbaden) würden durch die Mindereinnahmen einen ganzen Fachbereich schließen müssen. Näheres kann der Informationsbox entnommen werden.

Außer Acht wird hierbei die bereits prekäre Finanzierung der Hochschulen gelassen. Angesichts der doppelten Abiturjahrgänge der kommenden Jahre bietet er keine Basis für eine Sicherung der Qualität der Lehre. Der Hochschulpakt verkennt sowohl die steigenden Studierendenzahlen als auch die aktuelle Lage der hessischen Hochschulen und wird somit nachhaltige Schäden im hessischen Bildungssystem hinterlassen.

Die Demonstration hat diesmal unübliche UnterstützerInnen. So hat das Präsidium der Technischen Universität Darmstadt erklärt, es unterstützt die Protestaktionen und bat die Institute “allen interessierten Beschäftigten die Teilnahme an den Protestaktionen zu ermöglichen”. Einer der Redner ist Prof. Dr. Detlev Reymann, der das Amt des Präsidenten der Hochschule Rhein-Main inne hat. Weiterhin sprechen VertreterInnen des Elternbundes, der LandesSchülerInnenVertretung, des Deutschen Gewerkschaftsbunds und der Landes-ASten-Konferenz.

“Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann sieht in den Einsparungen scheinbar keine Belastung, denn die Hochschulen sollen ihre Lehre aus den Rücklagen speisen. Wie drastisch die Situation wirklich ist, zeigen dagegen interne Prognosen des Ministeriums und vieler Hochschulen, die mit dem Wegfall ganzer Fachbereiche rechnen”, erklärt Alexander Lang, Sprecher des ABS. “Schon die heutigen Zustände mit mangelhafter Ausstattung, zu wenige Professor_innen und prekären Beschäftigungsbedingungen der Angestellten sind gravierend. Raum für weitere Kürzungen ist einfach keiner da!”, so Lang. “Die Hochschulen sollen jetzt für die Wirtschaftskrise bluten. Der Widerstand dagegen ist absolut richtig und wichtig”, kommentiert Ben Stotz die heutige Demonstration.

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(Hans-Hermann Kersten)

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