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„Modularisierung“ - Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik ?

Bildungsstreik 2009

Short newsflash in English from Education is NOT for $A£€

„Modularisierung“ ist zu einem Schlüsselwort der europäischen Bildungsdebatte avanciert. Ausgehend von dem „Bologna-Prozess“, in dem sich die EU-Bildungsminister verpflichtet haben, ein flächendeckendes Angebot an Bachelor- und Masterstudiengängen bis 2010 zu realisieren, läuft derzeit eine Modularisierungswelle an den Hochschulen. Der Zwang zur Modulbildung ergibt sich hier aus der Einführung des European Credit Transfer System (ECTS), das zur europaweiten Anrechnung von Studienleistungen führen und damit die Mobilität der Studierenden fördern soll. Zur Akkreditierung von Bachelor-Studiengängen gehört die Erarbeitung von „Modulhandbüchern“, in denen Studieneinheiten nach vergleichbaren Kriterien beschrieben werden. Als positiv kann dabei sicher die Ver-pflichtung gelten, Studienbausteine auf Kompetenzen zu beziehen, die mit diesen Studieninhalten erworben werden sollen. Diese „Lernzielorientierung“ ist für viele Hochschulcurricula neu.

Durch festgelegte, auf ein Turbostudium angelegte, Regelstudienzeit haben Studierende weniger Zeit sich neben dem Studieren auf gesellschaftlich wichtige Themenfelder zu konzentrieren. Wie sollen Menschen selbstständige, kritische und hinterfragende Menschen bleiben, wenn die Bildung sie nur zu eine Funktion ausbildet: Humankapital, das auswendig lernen kann.
(AStA TU und FU Berlin)



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