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Ausgewählte Ergebnisse der 17. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW)

BAföG

Soziale Herkunft, Bildungsbeteiligung und Studienverlauf

Der Anzahl der StudienanfängerInnen ist weiter gestiegen. Der Anteil von Frauen und Männern ist in der Gesamtgruppe mittlerweile gleich hoch. Nach wie vor bestehen aber deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Fächerwahl. Unter den StudienanfängerInnen beträgt der Anteil der Männer in den Ingenieurwissenschaften beispielsweise 79%. Gleichzeitig liegt der Anteil der Frauen im Bereich der Sozialwissenschaften und der Pädagogik bei 70%.

Der Altersdurchschnitt der Studierenden ist seit der letzten Sozialerhebung nur leicht gesunken. Er beträgt nun 24,4 Jahre.

In Reaktion auf die Studierendenproteste hat Schavan Verständnis für Protest geäußert und ihre Länderkollegen aufgefordert, beschlossene Reformen an den Hochschulen rasch umzusetzen. Der ARD-Tagesschau sagte sie: „Ich finde es richtig, wenn die Studenten sagen, wir pochen darauf, dass das was ihr beschlossen habt, jetzt auch tatsächlich umgesetzt wird“. Auch weiterhin werden kaum alternative Hochschulzugangsmöglichkeiten genutzt. Nur 3% der StudienanfängerInnen kommen mit einer fachgebundenen Hochschulreife an die Hochschule. Ein weiteres Prozent nutzt sonstige Möglichkeiten.

Es gibt große regionale Unterschiede in der Studierneigung. In Brandenburg wollen beispielsweise nur 63% ein Studium aufnehmen. In Bremen sind es 82%. Im Bundesdurchschnitt nimmt die Studierneigung allerdings weiter zu.

Die neuen Studienabschlüsse sind noch kaum anerkannt. Nur 5% der StudienanfängerInnen entscheiden sich für einen Bachelor- oder Masterstudiengang.

Studienbedingte Auslandsaufenthalte sind nur geringfügig von 24% auf 30% gestiegen. Auffällig ist, dass der Anteil der Studierenden, die einen studienbedingten Auslandsaufenthalt durchführen sich stark nach sozialer Herkunftsgruppe unterscheidet. In der unteren Herkunftsgruppe beträgt der Anteil 20%; in der oberen dagegen 38%.

Im Rahmen der Sozialerhebung wurde wieder ein sogenannter „Bildungstrichter“ veröffentlicht. Hier wird deutlich, dass die soziale Selektivität im Bildungssystem in den letzten Jahren weiter zugenommen hat. Zwar konnte sich in der niedrigeren Einkommensgruppe, der Anteil der Menschen, die bis an die Hochschule kommen von 8% auf 11% steigen. Die Erhöhung in der oberen Einkommensgruppe war von 72% auf 81% aber deutlich höher. Für Kinder aus der Herkunftsgruppe „hoch“ ist es demnach sieben Mal so wahrscheinlich, ein Hochschulstudium aufzunehmen, als für Kinder aus der unteren Herkunftsgruppe.



Ein Grauen für alle, die ins Netz schreiben


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