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10 Jahre Bologna - Kein Grund zum Feiern

Bologna Burns

10 Punkte, warum 10 Jahre Bologna-Prozess uns nicht in Feierlaune versetzen:

1. Durch die Einführung eines mehrstufigen Studiensystems mit Bachelor und Master werden neue Hürden aufgebaut, statt diese abzubauen.

2. Mit den Masterstudiengängen wird das Ziel verfolgt, die (angebliche) Elite von der Masse zu trennen. Nur die Elite soll zu Zugang zu “hochwertigem” Wissen bekommen, während die Masse außen vor bleibt.

3. Vergleichbarkeit heißt: nicht für mehr Mobilität zu sorgen, sondern die Konkurrenz zu vergrößern.

4. Durch den Prozess wird für Konkurrenz auf allen Ebenen gesorgt: Hochschulen gegen Hochschulen, Fachbereiche gegen Fachbereiche, Studierende gegen Studierende. Es kehrt ein Geist des Gegeneinanders statt des Miteinanders ein.

5. Da Studierende möglichst viel Wissen in kürzester Zeit aufnehmen sollen, wird das sogenannte Bullemielernen etabliert.

6. Die Freiheit zur Selbstentfaltung, zur Persönlichkeitsbildung und zum Sammeln von Erfahrungen wird durch die Einführung von Leistungspunkten (ECTS), Modulen, Stundenplänen, Sanktionen und Zertifikaten abgeschafft. Bildung wird zur Ausbildung.

7. Scheine und Urkunden haben in der heutigen Hochschulwelt mehr Bedeutung als Wissen und Erfahrungen. Die blinde Jagd nach Zertifikaten hat eingesetzt.

8. In den Hochschulen werden zunehmend demokratische Entscheidungsstrukturen abgebaut und durch diktatorische (Stichwort: Effizienz) ersetzt. PräsidentInnen/RektorInnen und Hochschulräte bestimmen, während den Senaten und Fachbereichsräten kaum noch Bedeutung zukommt.

9. Ein ehrenamtliches Engagement in und außerhalb der Hochschule wird durch den aufgebürdeten Leistungsdruck immer schwieriger. Gleiches gilt für den Blick über den Tellerrand, den Besuch von Vorlesungen anderer Fachbereiche oder ein unabhängiges (fachliches) Projekt neben dem Studium.

10. Wenn BildungsministerInnen sich selbst bei Champagner und Kaviar lobhudeln, dann kann was nicht stimmen!

Wir sind die Zweitgeborenen der Geschichte, Leute! Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden vom Fernsehen aufgezogen, in dem Glauben, das wir alle irgendwann einmal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. ...Werden wir aber nicht! Und das wird uns langsam klar. Und wir sind kurz, ganz kurz vor'm Ausrasten.
(Aus: Fightclub)



Ein Grauen für alle, die ins Netz schreiben


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